Choga Regina Egbeme


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Lebenslauf

Choga Regina Egbeme


Geboren: Lagos, im Frühjahr 1976, Sternzeichen Widder.

Mutter: Lisa Umukoro, geschiedene Hofmayer. 1933 geboren als zweites Kind der oberbayerischen Landwirte Maria und Sepp Brunner. Lisa starb Ostern 2000, vermutlich an den Folgen von Aids.

Vater: David Umukoro, vermutlich 1933 in Südost-Nigeria geboren, aufgewachsen in Lagos. Gründete als junger Mann die "Familie des Schwarzen Jesus", eine Religionsgemeinschaft, in der sich christliche und animistische Überzeugungen vermischen. Er war Polygamist und heiratete 48 Frauen.

Geschwister: Choga schreibt von 76 Geschwistern. Chogas Zahl kann u.U. durch die hohe Kindersterblichkeit begründet sein. Wir gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl höher ist, da ein Polygamist von David Umukoros Zuschnitt mit jeder Frau gewiss mehr als zwei Kinder gehabt haben dürfte. Denn keine durfte "benachteiligt" werden.

Die deutsche Schwester Magdalena: Magdalena Hierl, geboren 1957, ist Chogas Halbschwester aus der ersten Ehe ihrer Mutter. Zum ersten Mal begegnete ihr Choga Ostern 2000. Damals kam Magdalena nach Nigeria zu Besuch, um sich mit ihrer Mutter auszusöhnen. Lisa war jedoch einen Tag zuvor verstorben. Im August 2001 zog Magdalena nach Jeba, um Choga, Joshua und den Frauen beizustehen. Magdalena ist ausgebildete Gymnasiallehrerin. In der Folge des Übergriffs auf die Farm übernahm Magdalena zunehmend Aufgaben und leitete zeitweilig die Farm, als Choga schwer erkrankte und Zuflucht und Heilung bei ihrer Lehrerin Ezira im Südosten Nigerias fand.

Kindheit: Geboren im so genannten Harem in Lagos, dort aufgewachsen bis zum Alter von acht Jahren. Ihre Geburt verlief kompliziert, es kam zu einem extremen Beckenschiefstand, der eine Beinverkürzung. Nach den behüteten Jahren im Harem zog sie mit ihrer deutschen Mutter Lisa Hofmayer auf eine Farm in Zentralnigeria auf das Jos-Plateau.
Erwachsenenleben: Später wurde sie mit einem Mann verheiratet, den ihr Vater für sie ausgesucht hatte. Sie lebte auf der Farm in Jeba ohne Mutter und ihre Vertrauten "Lieblingsmamas" Bisi und Ada. Obwohl ihre Mutter wusste, dass dieser Felix Egbeme kein guter Mensch war, stellte sie sich dieser Ehe nicht entgegen. Sondern versuchte, Felix mit einer Art Abkommen zu gängeln. Was nicht gelang. Felix vergewaltigte Choga mehrfach. Sie wurde schwanger. Wenig später starb Chogas Vater und Felix Egbeme wurde sein Nachfolger. Er übersiedelte mit Choga sowie ihren "Mitfrauen" in den Harem, um diesen zu leiten. Mit Hilfe ihrer Mutter und ihrer "Lieblingsmamas" sowie ihrer Mentorin Amara floh sie aus dem Harem. Erst nach der Geburt ihres Sohnes Joshua erfuhr sie, dass Felix sie mit HIV infiziert hatte.

Ausbildung: Zwei Jahre nach der Geburt von Joshua begann Choga durch Amaras Vermittlung eine Ausbildung bei der traditionellen Heilerin Ezira im Regenwald des südöstlichen Nigeria. Drei Jahre durchlief sie die Ausbildung und kehrte zu Amara zurück, um ihr in deren Praxis als "herbalist" (Kräuterärztin) zu helfen.

Seit Ostern 2000 wohnte Choga wieder auf der von ihrer Mutter gegründeten Farm in Jeba, die auf die Farm eines englischen Grundbesitzers der Kolonialzeit zurückgeht. Ihre Mutter hatte die Farm noch zu ihren Lebzeiten auf Choga überschrieben. Fünf Jahre lang hatte die Farm jedoch leer gestanden und war heruntergekommen. Nach ihrer Rückkehr in Begleitung mehrerer Frauen und Kinder bauten sie alle gemeinsam das Anwesen wieder auf und machten die Felder wieder nutzbar. In der Folge erweiterten die Frauen die Gebäude und schufen für Choga ein so genanntes "Heilhaus" und eine "Heilstation" mit ein paar Betten. Zum gleichen Zeitpunkt entstand eine Mini-Schule, an der Chogas Schwester Magdalena (sie unten) unterrichtete. Im September 2001 brannten diese aus Naturmaterial errichteten Gebäude nach einem Anschlag auf die Farm völlig nieder. Psychisch geschwächt erkrankte Choga und zog sich auf Anraten ihrer Gefährtinnen gemeinsam mit Joshua für mehrere Monate zu ihrer Lehrerin Ezira im Südosten Nigerias zurück, um zu genesen. Als Kranke war es ihr untersagt, den Heilberuf auszuüben.
Nachdem sich ihr Gesundheitszustand stabilisiert hatte, kehrte sie auf die Farm zurück und versuchte sich erneut in ihre alten Aufgaben hineinzufinden. Den Unfalltod ihres erst siebenjährigen Sohnes Joshua im Frühjahr 2003 versuchte sie mit dem Verfassen eines neuen Buchs zu verarbeiten, ihrem dritten, dessen Veröffentlichung ursprünglich für den November 2003 in Deutschland geplant war.

Choga starb am 25. Juli 2003 auf ihrer Farm in Zentralnigeria. Sie wurde 27 Jahre alt. Ihrem Wunsch entsprechend wurde sie neben ihrer Mutter und ihrem Sohn bestattet.




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